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Allgemein

Naturbelassene Leder ohne Farbauftrag sind die edelste Form des Leders. Aber je hochwertiger und teurer ein Leder ist, desto empfindlicher ist es und bedarf einer regelmäßigen, intensiven Pflege. Denn unbehandeltes Leder ist hochempfindlich und kann schnell austrocknen und ausbleichen. Es muss deshalb u.a. vor direkter Sonnenbestrahlung geschützt werden.
Je mehr Behandlung ein Leder bei der Herstellung bekommen hat (z.B. durch Beschichtung von Farbe), desto unempfindlicher und preisgünstiger wird es, verliert allerdings auch seine natürlichen Merkmale und bietet eingeschränkte Atmungsaktivität.

Anilinleder

Anilinleder ist die schönste und natürlichste Form des Möbelleders. Nur max. 10% aller angebotenen Häute sind für die Weiterverarbeitung geeignet.

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Anilinleder ist ein durchgefärbtes Leder ohne Oberflächenpigmentierung. Bei dieser Art der Verarbeitung bleibt die Natürlichkeit, die Leder so charakteristisch macht, erhalten. Typische Merkmale dafür sind: Mastfalten, Striegelrisse, Hornstöße, Dungstellen, Salzfraß, Stacheldrahtverletzungen und Insektenstiche, sowie unregelmäßige Pigmentierung der Haut selber. Diese Merkmale sind keine Herstellungsfehler, sondern eine Bestätigung der natürlichen Herkunft des Leders und damit kein Reklamationsgrund. Die Atmungsaktivität ist gut – aber naturbelassenes Leder nimmt auch Schweiß, Körperfett, Kosmetika und Verschmutzungen leicht auf und durch Sonnenlicht bleicht es aus. Reinigung und Pflege sind regelmäßig notwendig.

Semi-Anilinleder

Semi-Amilinleder ist ein leicht pigmentiertes Leder, welches an der Oberfläche zusätzlich mit einer Pigmentlösung nachbehandelt wird.

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Dieser zusätzliche Farbauftrag erzielt eine gleichmäßige Färbung, wobei darauf geachtet wird, das natürliche Erscheinungsbild des Leders mit den typischen Unregelmäßigkeiten weitesgehend zu erhalten. Diese Merkmale verleihen dem Leder seine Lebendigkeit und sind ein Beweis für Echtheit und damit kein Reklamationsgrund. Die Atmungsaktivität ist etwas eingeschränkt, dennoch fühlt sich dieses Leder angenehm an. Es ist weniger empfindlich als naturbelassenes Leder, aber immer noch pflegeaufwändig.

Pigmentiertes Leder

Pigmentiertes Leder wird auch als Gebrauchs-, behandeltes oder bemaltes Leder bezeichnet.

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Auf der Oberfläche des Leders wird eine Feinbearbeitung angewandt, die das Leder widerstandsfähiger gegen Einwirkungen macht, da durch die aufgetragenen Farbschichten die Poren des Leders geschlossen werden.
Dieses Leder eignet sich besonders gut für intensiven Gebrauch, da Flüssigkeiten nicht eindringen können. Die Deckschicht verleiht ihnen eine Schutzschicht und macht sie pflegeleicht. Die Weichheit ist durch die aufgetragenen Pigmente jedoch etwas beeinträchtigt und die Atmungsaktivität ist stark beeinträchtigt.

Nubukleder

Nubukleder ist ein Leder, welches auf der glatten Narbenseite angeschliffen wird. Es besitzt ähnliche Eigenschaften wie naturbelassenens Leder.

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Durch den Schliff erhält das Leder eine samtartige Oberfläche. Das Leder ist sehr weich und auch die Atmungsaktivität ist erhöht.
Der Nachteil der Oberfläche ist eine hohe Empfindlichkeit gegen Verspeckungen und Flecken. Durch die reduzierte UV-Beständigkeit bleicht das Nubukleder schnell aus.

Spaltvelours

Das Spaltvelours ist ein Leder, dass eine samtige Oberfläche besitzt. Dieses Ergebnis wird durch Schleifen erzielt.

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Spaltvelours ist ein kostengünstiges Leder mit geringer Qualität. Es ist kaum atmungsaktiv und ist weniger anschmiegsam. Wird es im Korpusbereich oder auf Spannteilen verwendet, muss es deutlich als „Spaltleder“ gekennzeichnet sein.

Gedecktes Spaltleder

Gedecktes Spaltleder ist die billigste Glattlederart mit der geringsten Qualität.

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Durch die Beschichtung (Farbe) sind die Poren geschlossen. Das Leder ist somit wenig atmungsaktiv und ist nicht weich und anschmiegsam.

Blankleder

Das Blankleder wird in erster Linie für die Bespannung von Sesseln und Stühlen benutzt.

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Es handelt sich hier um ein vollnarbiges Rindleder, welches mit Wachsen bedeckt und poliert wird.

Sattelleder

Sattelleder ist dicker als die üblichen Ledersorten.

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Es ist durch die Gerbung chemisch haltbar gemacht und die natürliche Faserstruktur ist weitesgehend erhalten. Es hat ähnliche Eigenschaften wie das Anilinleder: Es kann im Laufe der Jahre sichtbar ausbleichen und ist anfälliger für Verschmutzungen.

 

Naturmerkmale im Leder

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Kleine Faulstellen und Insektenbisse, diese dunklen Punkte auf der Lederhaut sind keine dunklen Punkte in Sachen Qualität. Vernarbungen, auch eines der vielfältigen Ledermerkmale.
   
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Gabelstiche, können unterschiedlich tief sein, so dass aus diesen Häuten meist nur gedeckte Leder hergestellt werden können.
 Mastfalten, treten im Nackenbereich der Haut auf und verleihen dem Leder ein kernig-rustikales, von Kennern geschätztes Bild.
   
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Dungstellen, meist am Bauchbereich der Haut, deuten auf Stallhaltung hin. Die Färbung wird leicht unregelmäßig.
 Striegel- und Heckenrisse, sind typische, haltungsbedingte Vernarbungen.

 

Die Herstellung des Leders

Die Häute für Ledermöbel kommen von Schlachthöfen und stammen überwiegend von Rindern.

In der Gerberei werden die Häute gereinigt und geäschert.
Durch das Weichen wird die Rohware vom Schmutz befreit und erhält so ihren ursprünglichen Wassergehalt zurück. Durch Zugabe von Schwefelverbindungen und Kalk werden im Äscher die Haare von der Haut gelöst.

Um ein gleichmäßig dickes Narbenleder von bestimmter Stärke zu erhalten, wird das Leder gespalten. Hierbei werden Gewebe-, Fleisch- u. Fettreste mit scharfen Messerwalzen entfernt. Beim Spalten entsteht das weniger wertvolle Spaltleder (Unterseite) und das qualitativ hochwertige Narbenleder (Oberseite). Die Oberseite wird häufig für gutes Möbelleder verwendet.

Damit die Haut nicht faulen kann, werden nach erneuter Reinigung die Lederhäute im Fass gegerbt. Auf diese Weise werden die Eiweißfasern der Haut haltbar gemacht.
Die Leder werden entweder mit pflanzlichen Stoffen oder mit mineralischen Chromsalzen gegerbt. (Chrom III)

Nach dem Gerben wird das nasse Leder durch Abwelken entwässert.
Anschließend wird das Leder gefärbt, getrocknet und mechanisch gewalkt um es anschmiegsam und weich zu machen.

In weiteren Arbeitsgängen wird das Leder für die Zurichtung vorbereitet. Je nach Lederart wird die gegerbte Haut nun weiter verarbeitet und erhält in einer abschließenden Oberflächenbehandlung ihr endgültiges Aussehen.

Zwischen den Arbeitsgängen wird immer wieder die Qualität geprüft. Dass die einzelnen Fertigungsabläufe in allen Bereichen den Anforderungen entsprechen, stellt die Endkontrolle sicher. Die Leder werden nach verschiedenen Qualitätsmerkmalen sortiert.

Bei großflächigen Polstermöbeln kann man das Rinderleben verfolgen: z.B. Brandzeichen, Rangkämpfe, Stall- und Weideverletzungen. Diese Merkmale zeichnen sich manchmal auf dem Bezug ab – denn die Tiere, deren Häute für die Polstermöbel verwendet werden, haben unter den verschiedensten Bedingungen gelebt.
Man unterscheidet hier zwischen Zahmware (das Tier hat nur im Stall gelebt) und Wildware (das Tier hat draussen auf der Weide gelebt). Wenn das Tier draussen gelebt hat, findet man natürlich deutlich mehr Merkmale.